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Welt-Architektur.com Blog beschäftigt sich mit Architektur unserer Zeit.

Die Welt ist zu einem globalen Schauplatz geworden.
Heute ist jedes Ereignis, mag es sich auch an einem noch so abgelegenen Ort zutragen, jedes Werk, wo auch immer es vollbracht wird, im Handumdrehen überall auf der Welt bekannt.
Diese Situation übertragt sich auch auf die Architektur der gesamten Erde, auf deren völlige Vereinheitlichung, die nur noch eine Tradition kennt: die Moderne.
In allen früheren Epoche haben sich die Traditionen jeder Region deutlich voneinander unterschieden. Folglich sah beispielsweise ein Palast der Maya in Mittelamerika ganz
anders aus als ein romanischer Palast in Europa, ein arabischer Palast im Nahem Osten oder ein chinesischer Palast im Fernen Osten. Heute hingegen könnte derselbe Wolkenkratzer
von demselben Architekten gleichzeitig in Mexiko Stadt, London, Dubai und Tokio stehen und niemand würde sich darüber wundern.
Das bedeutet natürlich nicht, dass es keine Ausnahmen gibt, die besonders die Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Ein einprägsames Beispiel für die Suche nach Inspiration
in der traditionellen chinesischen Architektur stellt der Turm Taipei 101, von C. Y. Lee & Partners( Taipei, Taiwan) dar. Er besteht aus sich überlagernden Teilstücken
umgekehrter Pyramiden mit quadratischem Grundriss. Die entsprechend dem traditionellen Vorbild an den vier Ecken unterbrochenen Ausfragungen verleihen dem Ensemble
einen gewissen fernöstlichen Dèjà-vu-Effekt. Trotzdem handelt es sich hier in Wirklichkeit nur um das Hinzufügen abwechslungsreicher Nuancen.
Sie sind zwar bereichernd jedoch vor allem anekdotenhaft, so wie damals, als 1980 offiziell die Postmoderne in der Architektur anbrach und fortan die konkrete Verwendung
von Elementen aus der historischen Tradition in der modernen Architekturtradition „erlaubt“ war.

Andererseits zerrinnt uns die Welt heute mehr denn je unter den Händen... Sowohl die Architektur als auch die Städte sollten sich dringend mit diesem vermutlich schwierigsten
Problem überhaupt auseinandersetzen und ihren bescheidenen Teil zur Lösung beitragen...In diesem Zusammenhang erscheint es absurd, dass ein und dasselbe Gebäude überall
auf dem Erdball stehen kann, wo doch das jeweilige Klima einen entscheidenden Einfluss darauf hatte, dass sich an allen Orten ein anderes Erscheinungsbild herausgebildet hat.
Gleiche gilt für die Umweltverträglichkeit: Sie beeinflusst den speziellen Gebrauch und die Verfügbarkeit ganz konkreter Materialien und Techniken an einem jeweiligen Ort,
denn das Ziel ist es, sowie Energie wie möglich einzusparen.

Ausgehend von diesen Überlegungen ergeben sich paradoxe Situationen, wie beispielweise in einigen Dörfern der Pyrenäen. Dort werden, wie es der ländlichen Bautradition entspricht,
die Dächer ausnahmslos mit Schiefer eingedeckt. Der verwendete Schiefer wird jedoch aus Brasilien angeliefert, wo er billiger ist als in den längst verlassen Steinbrüchen dieser Gegend.

Ein anderes Beispiel ist eine Bank, die sich ein modernes Image geben will und daher im Wüstenklima einen Wolkenkratzer mit einer Glasfassade errichtet,
die sich so stark erhitzt, dass die Benutzer sie nicht berühren dürfen, weil sie sich sonst verbrennen.

Aus all diesen Gründen erscheint es sinnvoll, mit heutigem Blick, dem Blick der ersten Jahren 21. Jahrhunderts, die jüngsten Architekturprojekte in der Welt zu betrachten.

Die Errungenschaften der Jahrzehnte unmittelbar vor der Jahrhundertwende spiegeln sich in der heutigen Architektur ebenso wie in der bildenden Kunst wider und erfahren
zugleich doch auch eine Aktualisierung: In Ausstellungen zur aktuellen Kunst gibt es neoexpressionistische, neoabstrakte, neorealistische, neominimalistische, neodadaistische,
neosurrealistische, neokonzeptionelle, neoaktionistische Werke und dergleichen zu entdecken, wobei auch Mischformen zwischen den ursprünglichen Konzepten zu finden sind.
Ebenso entstehen in Städten neue Gebäude, die auf Architekturströmungen des 20. Jahrhunderts aufbauen und zugleich Parallelen aufweisen zu den Ideen, die in der zeitgenössischen
Architektur im Hinblick auf unsere bereits globalisierte Kultur entstanden sind.
Viele dieser Werke wurde in den letzten Jahren hochgelobt und mit Preisen bedacht.
Unter den angeführten Architekten finden sich mit Pritzker-Preisträger (der Pritzker Architecture Prize gilt inoffiziell als Nobel-Preis der Architektur).

Die Welt der Architektur hat im Übrigen die Eigenheit, die Entwürfe für öffentliche Gebäude, die schliesslich realisiert werden, vorab in Wettbewerben auszuloben, aus denen sie
unter hunderter von Vorschlägen als Sieger hervorgehen. Damit wird in gewisser Weise die Qualität dieser Entwürfe besiegelt. Gleich gilt auch für einige der in diesem Projekt
veröffentlichen Arbeiten, die zuvor Wettbewerbe für sich entschieden haben.

Die hier aufgeführten Projekte sind in fünf Teile unterteilt, ja nachdem ob es sich um Infrastruktur und Städtebau, Kultureinrichtung, Freizeiteinrichtungen, um öffentliche
Einrichtungen und Geschäftsgebäude oder um Wohnhäuser handelt. Ein sechstes Teil ist ein Blick in die Zukunft der Architektur. Die Teile knüpfen an die Unterteilung
der Stadt nach zweckgebundenen Sektoren an, wie sie vor 100 Jahren erstmalig vorgenommen wurde, um so gut wie möglich die Probleme zu lösen, die sich in einer modernen
Weltstadt stellen. Le Corbusier propagierte sie später mit Beginn der 20er Jahre in seiner Unterteilung der Stadt in die vier Funktionsbereiche Wohnen, Arbeiten,
Erholung und Verkehr.

In der gegenwärtigen Architektur lässt sich kein klares Bild konkreter Tendenz erkennen. Es gibt vielmehr eine Reihe baulicher, die der Architektur einen einheitlichen und
globalen Charakter verleihen, so dass sie in jedem Kontext, auf allen fünf Kontinenten und an allen Breitengraden anwendbar ist.
An fast allen zeitgenössischen Bauwerken lässt sich beobachten, dass die Prinzipien.
Der Funktionalität und die Verwendung moderner Materialien wie Stahlbeton, Stahl und Glas in Tragwerkkonstruktionen berücksichtigt werde, so wie sie von den Architekten
Moderne in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts definiert wurden.
In den unterschiedlichsten Städten werden dieselben Gebäude errichtet, unabhängig von der schweren oder leichten Bürde, die möglichen historischen und kulturellen Wurzeln
eines konkreten Standorts mit sich bringen. Heute sind unsere Geschichte und unsere Kultur bereits global, werden notgedrungen von allen geteilt, gehen Hand in Hand...
und sind unentrinnbar, wie Adolf Loos in dem folgenden Satz zum Ausdruck bringt:
“Das heute baue sich auf das gestern auf, so wie sich das gestern auf das vorgestern aufgebaut hat. Nie war es anders, - nie wird es anders sein.“



This website is under construction! | Last Edit 18. Januar 2012
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